Sonntag, 05. September 2010

Wie Sie Parodontalerkrankungen erkennen

Sie sollten aufmerksam werden, sobald Sie feststellen, dass Ihre Zähne dicke Beläge haben und sich das Zahnfleisch rötet, anschwillt und blutet, wenn Sie zum Beispiel Zähne putzen oder in den berühmten Apfel beißen. Spätestens wenn letzteres passiert, muss der Zahnarzt eingreifen, um größere Schäden zu verhindern.

Ist das Zahnfleisch erst einmal entzündet und wird nichts dagegen getan, entstehen die gefürchteten Zahnfleischtaschen. Darin können sich die kleinen Schädlinge besonders gut verkriechen und von dort aus ihr zerstörerisches Werk in aller Ruhe angehen. Mit der Zahnbürste können Sie ihnen dort nichts anhaben. Sie arbeiten sich bis zum Kieferknochen vor, die Entzündung dehnt sich auf das ganze Zahnbett aus. Sind sie Raucher oder Diabetiker, haben viele Kronen oder Füllungen oder starke Zahnfehlstellungen sollten Sie besonders aufmerksam sein. Parodontalerkrankungen sind so häufig, dass allein diese Gefahr ein Grund für den jährlichen oder halbjährlichen Pflichtbesuch beim Zahnarzt sind.

Bild: Hans Snoek - Pixelio

Was tut der Zahnarzt?

Der Zahnarzt wird sich als erstes ein umfassendes Bild vom Umfang der Erkrankung machen. Dann stellt er eine Diagnose und schlägt eine entsprechende Behandlung vor. Dazu wird er zuerst ein Röntgenbild machen, um festzustellen, wie der Zustand der Kieferknochen und -gelenke ist. Außerdem wird die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen. Dadurch weiß er, inwieweit das Bindegewebe zwischen Zahnwurzel und dem Halteapparat schon betroffen ist. Dafür führt er eine Sonde am Zahn entlang bis sie auf Widerstand stößt. Sind bereits Zähne locker, führt er weitere Messungen durch, um sich ein Bild vom Zustand des gesamten Halteapparats zu machen. Wichtig ist auch die Zusammensetzung der Bakterien.

Als erstes wird Ihnen der Zahnarzt sicherlich Ihre persönliche Mundhygiene ans Herz legen. Er wird Ihnen eine professionelle Zahnreinigung empfehlen sowie eine Schulung, bei denen Ihnen eine geschulte Fachkraft zeigt, wie Sie richtig Zähne putzen und wie Sie Ihre Problemzonen wie Lücken, Zahnzwischenräume und Fehlstellungen richtig und nachhaltig säubern. Sie berät über die richtige Zahnpasta und –seide, unterweist im Gebrauch von Zahnseide und Zwischenraumbürstchen und erläutert die Unterschiede verschiedener Zahnbürstenarten. In vielen Fällen lässt sich durch diese Maßnahmen eine weitere zahnärztliche Behandlung vermeiden. Voraussetzung ist, dass der Patient mitarbeitet.

Eine professionelle Zahnreinigung wird von den Kassen nicht bezahlt, obwohl sich dadurch viele teure Behandlungen vermeiden lassen würden. Sie kostet etwa 80 Euro und sollte bei anfälligen bzw. erkrankten Patienten zweimal pro Jahr erfolgen.

Falls sich schon tiefere Zahnfleischtaschen gebildet haben, muss der Zahnarzt eingreifen und die Taschen an den Zahnwurzeln bzw. die Zahnwurzeln gründlich reinigen. Das kann auf verschiedene Arten geschehen, zum Beispiel mittels Spezialinstrumenten ohne Operation, mit Operation oder durch eine Reinigung mittels einer Kombination aus Ultraschall und Instrumenten. Die Operation hat den Nachteil, dass ein Verlust an der Substanz des Zahnhalteapparats nicht zu vermeiden ist. Typisches Zeichen dafür sind die so genannten „langen“ Zähne. Der Zahnarzt wird deshalb in der Regel versuchen, eine Operation zu vermeiden.

 

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Zahnarztpraxis in Bochum
Dr. med. dent. Klinkenberg

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