Zähneknirschen: Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Zähneknirschen

Zähneknirschen (Bruxismus) ist ein weit verbreitetes Phänomen und eine ernst zu nehmende Erkrankung. Etwa 30 Prozent aller Menschen tun es, meistens nachts, seltener tagsüber. Die meisten von ihnen sind Frauen. Viele von ihnen nehmen es zunächst nicht ernst. Doch das ist ein Fehler, denn regelmäßiges Zähneknirschen kann ernsthafte Folgen haben für Zähne, Zahnfleisch, den Zahnhalteapparat und auch die Kaumuskulatur. Selbst Beschwerden wie Tinnitus oder Kopfschmerzen können eine Folge permanenten Zähneknirschens sein.

Aufbissschiene hilft

Lena Z. ist ein typischer Fall. Ihr Mann machte sie darauf aufmerksam, dass sie nachts mit den Zähnen knirsche. Er wache sogar daran auf. Irgendwann wachte Lena Z. selbst an den Knirschgeräuschen auf. Außerdem hatte sie morgens oft Schmerzen im Kiefergelenk und eine Art Muskelkater. Beides gab sich aber im Laufe des Tages wieder. Nach einigen Monaten bemerkte sie lockere Zähne. Ihre Kopfschmerzen brachte sie nicht mit dem Zähneknirschen in Verbindung. Als sie zur Vorsorgeuntersuchung zum Zahnarzt ging, fragte er sie, ob sie mit den Zähnen knirsche.

Zähneknirschen

An den Zähnen von Lena Z. bemerkte der Zahnarzt deutliche Schliffmuster. Und natürlich entgingen ihm auch die lockeren Zähne nicht. Außerdem war das Zahnfleisch entzündet. Der Zahnarzt empfahl seiner Patientin als erste Maßnahme eine Aufbissschiene, damit die Zähne nicht noch weiter in Mitleidenschaft gezogen würden. Dafür überprüft der Zahnarzt als erstes das Gebiss auf die Okklusion, also auf den richtigen Biss. Weitere Maßnahmen sind abhängig von Art und Umfang der Zahnschäden. Die Aufbissschiene wird nachts wie eine Schutzkappe auf den Ober- oder Unterkiefer gesetzt.

Vom Knirscher zum CMD-Patienten

Wer Zähneknirschen nicht ernst nimmt, wird leicht zum CMD-Patienten. Die craniomandibuläre Dysfunktion, eine Fehlstellung der Kiefergelenke, kann sich auf den ganzen Stütz- und Bewegungsapparat, und den Hals-Nasen-Ohren-Bereich auswirken und Kopfschmerzen sowie Verspannungen im Nackenbereich auslösen. Dass die Kiefergelenke beim Zähneknirschen in Mitleidenschaft gezogen werden, wird schnell klar, wenn man bedenkt, dass dabei die Zahnreihen mit einem Druck von über 100 Kilogramm pro Quadratzentimeter belastet werden. Außerdem berühren sich die Zähne normalerweise nur etwa 20 Minuten am Tag. Wer knirscht, beansprucht seine Zähne viel länger. Zusätzlich zur zahnärztlichen Behandlung empfehlen sich spezielle physiotherapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik, Massagen und Wärmebehandlungen für Kiefergelenk und Kaumuskeln.

Warum wir knirschen

Die Ursachen für das Zähneknirschen oder auch zusammenpressen kennen wir im Prinzip. Wir beißen die Zähne zusammen, wenn wir etwas Unangenehmes zu erledigen haben. Wir knirschen mit den Zähnen, wenn wir etwas tun müssen, das wir eigentlich nicht wollen. Bei den meisten Knirschern sind die Ursachen Stress und andere psychische oder seelische Probleme. Zahnmedizinische Ursachen können sein: schief sitzende Zähne, bereits existierende Kieferfehlstellungen, aber auch schlecht angepasste Zahnfüllungen, Brücken, Kronen oder Prothesen. Bei der Beseitigung der zahnmedizinischen Ursachen kann der Zahnarzt helfen. Der Patient kann unterstützen, indem er die Ursachen für Stress oder psychischen Druck herauszufinden versucht und Entspannungstechniken zum Stressabbau wie Yoga oder autogenes Training erlernt. Sport trägt ebenfalls zur Stressminderung bei.

Tipp: Bei Kindern kann das Zähneknirschen völlig normal sein. Kinder müssen vor, während und nach dem Zahnwechsel die Abstimmung des Zusammenbisses zwischen oberer und unterer Zahnreihe einschleifen. Das geht häufig mit Knirschgeräuschen einher, ist aber in vielen Fällen unbedenklich. Vorsicht ist trotzdem geboten, denn auch Kinder können auf Stress mit Zähneknirschen reagieren. Ein weiterer Grund können Allergien im Kopfbereich sein.

 

Bookmark

Zahnarztpraxis in Bochum
Dr. med. dent. Klinkenberg

Notdienst

Hilfe bei Notfällen finden Sie hier:
Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V.

Mo-Fr ab 18.00Uhr
Fon: 0234-770055