Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD):
Bei Tinnitus zum Zahnarzt?
Die Frage klingt zunächst absurd. Für HNO- und Zahnärzte klingt sie jedoch gar nicht so abwegig, denn die anatomische Nähe von Ohren und Gebiss lässt zumindest Zusammenhänge vermuten. Das ist auch der Grund, weshalb sich die Praxis Dr. Klinkenberg um eine fachübergreifende Zusammenarbeit mit HNO-Ärzten bemüht. Patienten mit Ohrenschmerzen, Tinnitus, Schwindel und Schluckbeschwerden kann möglicherweise durch eine fachübergreifende Behandlung am besten geholfen werden.
Das Kiefergelenk zum Beispiel ist nur einen halben Zentimeter vom Gehörgang entfernt. Schmerzen vom Kiefergelenk können zum Ohr ausstrahlen und umgekehrt. Der unangenehme Tinnitus muss seine Ursache nicht immer im Innenohr haben. Ähnliches gilt für ständigen Schwindel, der nicht unbedingt eine Frage des gestörten Gleichgewichtssinns im Ohr sein muss, sondern seine Ursachen durchaus in einer Fehlstellung des Kiefergelenks haben kann.
An Ohrenproblemen sind mitunter die Zähne schuld.
Tinnitus und Schluckbeschwerden
Tinnitus ist für die Betroffenen sehr unangenehm. Oft wird er auf Stress zurückgeführt. Ursache kann jedoch auch ein verschobenes Kiefergelenk sein. Die Pfanne des Kiefergelenks wird vom Schläfenbein (Os temporale) gebildet, das die seitliche Schädelwand einnimmt. Dort liegt auch das Innenohr. Durch großen Druck, zum Beispiel durch Zähneknirschen, wird der Knochen bewegt und Nerven, die diesen Knochen durchziehen, können irritiert werden. Eine Verschiebung von Bruchteilen von Millimetern kann hier schwerwiegende Folgen haben und eine lange Leidensgeschichte nach sich ziehen. Tinnitus, Magenprobleme oder Beckenschiefstand können die Folge sein. Kleine Ursache, große Wirkung.
Mit der Anpassung einer Schiene, die das Zähneknirschen unterbindet und einer weiteren Verschiebung des Knochens vorbeugt, kann bereits Linderung für den Patienten verschafft werden. Auch eine physiotherapeutische Behandlung kann erfolgreich und ergänzend sein.
Solche Überschneidungen lassen sich nur selten von einem Facharzt erkennen bzw. lösen. Dazu ist es notwendig, den Patienten umfassend zu begleiten. Die Zusammenarbeit von Fachärzten, Zahnärzten und Physiotherapeuten dient in solchen Fällen der ganzheitlichen Diagnose und einer Behandlung, die parallel an Ursachen und Symptomen arbeitet.
Bild: Uta Herbert/pixelio
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