Zahnarztstuhl blau
Sie sind hier: Startseite » Behandlungen » Parodontologie

Parodontologie

Zahnbürsten
Zahnbürsten

Zahnfleischbluten

Dental Hygiene Werkzeug
Dental Hygiene Werkzeug

Gesundes Zahnfleisch blutet nicht, daher sollte immer der Ursache für das Zahnfleischbluten auf den Grund gegangen werden. Wenn das Zahnfleisch blutet, ist dies meistens ein Zeichen für eine Entzündung oder Infektion im Mundraum. Gesundes Zahnfleisch ist blass-rosa gefärbt, glatt und blutet nicht. Sobald das Zahnfleisch aber druckempfindlich wird, deutlich gerötet ist und sich uneben oder geschwollen anfühlt, ist es nicht gesund. Dazu zählen die Zahnfleischentzündung (Gingivitis), eine Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) oder eine Mundschleimhautentzündung (Stomatitis). Schlechte Mund - und Zahnhygiene ist eine der häufigsten Ursachen für das Zahnfleischbluten.

Wenn dann Druck auf das Zahnfleisch gerät, z.B. in Form der Zahnbürste oder durch das Essen, fängt es an zu bluten. Eine Parodontitis oder Zahnfleischentzündung können vor allem dann entstehen, wenn die Zahnzwischenräume und Zahnfleischtaschen nicht gründlich genug gereinigt werden und sich so besonders viele Bakterien und Keime dort ansiedeln.

Es sind jedoch nicht die Bakterien alleine, die das Zahnfleischbluten verursachen. Auch andere Faktoren bestimmen, wie anfällig das Zahnfleisch für Entzündungen und das damit verbundene Zahnfleischbluten ist. Diese Faktoren alleine lösen es zwar nicht aus, können es aber verstärken.

So erhöhen Rauchen, Alkoholkonsum und andauernder Stress die Wahrscheinlichkeit für Zahnfleischbluten. Ähnlich wie Mangelzustände (zum Beispiel ein Mangel an Vitaminen) schwächen diese Risikofaktoren die Immunabwehr, was die Vermehrung von schädlichen Bakterien begünstigt.

Außerdem können verschiedene Krankheiten mit Zahnfleischbluten einhergehen. So kann blutendes Zahnfleisch zum Beispiel ein Symptom sein für weitere internistische Erkrankungen.

Mundgeruch

Abstrich mit Wattestäbchen
Abstrich mit Wattestäbchen

Mit Mundgeruch ist in den meisten Fällen die unangenehm riechende Atemluft gemeint, die in der Mundhöhle entsteht. Obwohl jeder Zweite gelegentlich das Problem kennt, ist es immer noch tabu, jemanden darauf hinzuweisen oder vom eigenen Leiden zu sprechen. Dabei ist es meist gar nicht so schwer, etwas gegen Mundgeruch zu tun.

Mundgeruch hat viele Ursachen, in den meisten Fällen liegt die Ursache im Mund- oder Rachenraum. Jedoch können in etwa 10% der Fälle andere Gründe vorliegen. So könnte es sich hier beispielsweise um die Nebenwirkungen von Medikamenten, bestehende Erkrankungen des Verdauungssystems oder andere körperliche Ursachen handeln. Wenn Sie unsicher sind, warum Sie unter Mundgeruch leiden und der schlechte Atem immer wieder auftritt, lassen Sie sich bitte medizinisch untersuchen.

Eine antibakterielle Mundspülung sollten Sie nicht dauerhaft anwenden, da diese auch die guten Bakterien abtötet und die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringt. Nützlich ist dagegen ein Zungenschaber, mit dem Sie den Belag auf der Zunge regelmäßig entfernen. Denken Sie außerdem immer daran, viel Wasser zu trinken, da auch Flüssigkeitsmangel der Grund für schlechten Atem sein kann.

Parodontitis

Parodontitis zieht weite Kreise
Parodontitis zieht weite Kreise

Parodontitis, umgangssprachlich oft Parodontose genannt, ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates. In einem schubweise verlaufenden Prozess zerstört sie Gewebe und Knochen, die für den Halt des Zahnes verantwortlich sind. Das kann Jahre oder Jahrzehnte dauern, bei aggressivem Verlauf auch nur Wochen oder Monate. Am Ende stehen ohne Behandlung oft die Lockerung und der Verlust von Zähnen, auch solchen, die frei von Karies oder Füllungen waren.

Bakterien und Zahnbelag

Beläge (Plaque)
Beläge (Plaque)

Ausgelöst wird Parodontitis durch Beläge (Plaque) auf den Zahnoberflächen und in den Zahnzwischenräumen. Die Plaque besteht aus einem Netzwerk von Bakterien, deren Stoffwechselprodukte die Entzündung auslösen, die letztlich zum Verlust der zahntragenden Gewebe führt. Grundsätzlich gilt: ohne Plaque keine Parodontitis.

Die Beläge sind zunächst weich. Mit der Zeit verhärten sie sich, Zahnstein entsteht – und eine gefährliche Kettenreaktion kommt in Gang: Zahnstein macht die Zahnoberfläche rau und bietet einen idealen Nistplatz für Bakterien. Um sie abzuwehren, reagiert das körpereigene Immunsystem zunächst mit einer oberflächlichen Entzündung, der Gingivitis. Sie verhindert oft über einen längeren Zeitraum das Eindringen der Bakterien in die tiefer gelegenen Gewebe.

Irgendwann aber hält die natürliche Barriere den fortdauernden Angriffen der Bakterien nicht mehr stand. Wird nichts unternommen, gelangen die Bakterien ins Gewebe, die Entzündung wird chronisch. Schließlich kommt es zu Fehlsteuerungen des Immunsystems: Die Entzündungsreaktion zerstört das Gewebe, die Parodontitis nimmt ihren Lauf.

Parodontitis Behandlungsmethoden

Behandlung
Behandlung

Eine Parodontitisbehandlung hat zwei Hauptziele: die Entzündung zu stoppen und das Gewebe, das die Zähne stützt, dauerhaft zu erhalten. Bei frühzeitiger Diagnose reicht oft eine Basistherapie aus, die Entzündung zum Abklingen zu bringen. Ist die Krankheit bereits weiter fortgeschritten oder hat die Basistherapie nicht die gewünschte Wirkung erzielt, sind zusätzlich chirurgische Eingriffe erforderlich. In beiden Fällen braucht der Parodontitispatient eine dauerhafte Nachsorge durch die Zahnärztin bzw. den Zahnarzt.

Voraussetzung für eine Parodontitistherapie ist, dass die sichtbaren Zahnflächen frei von Belägen sind und der Patient eine sorgfältige Zahnpflege betreibt. Nur dann besteht Aussicht auf Erfolg, und die eigentliche Behandlung, mit der die Entzündung beseitigt werden soll, kann beginnen.

Bei örtlicher Betäubung reinigt der Zahnarzt zunächst die Zahnfleischtaschen mit Handinstrumenten, um weiche und harte Beläge zu entfernen. Im nächsten Schritt werden die erreichbaren Flächen der Zahnwurzeln geglättet. Das erschwert ein erneutes Anheften der schädlichen Bakterien.

Meist reicht schon die Basistherapie aus, um die Entzündung zu stoppen. Bei einem schweren oder sehr aggressiven Verlauf ist unter Umständen eine begleitende Behandlung mit Antibiotika sinnvoll. Sie werden meist als Tabletten eingenommen, in manchen Fällen bringt der Zahnarzt das Medikament auch als Gel oder Salbe direkt in die Zahnfleischtasche ein.

Chirurgische Eingriffe sind dann erforderlich, wenn besonders tiefe Zahnfleischtaschen vorliegen, oder wenn die Basistherapie in Einzelfällen nicht zu einer Besserung geführt hat. Sie können auch dazu dienen, verloren gegangenes Gewebe wieder aufzubauen.

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Wer einmal daran erkrankt war, muss dauerhaft Nachsorge betreiben. Die Eckpfeiler auch hier: konsequente Mundhygiene, Kontrolluntersuchungen und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen – falls nötig, mehrmals pro Jahr.

Das gilt vor allem, wenn bereits ein deutlicher Zahnfleischrückgang stattgefunden hat. Denn dann liegen die Zahnhälse bzw. Zahnwurzeln offen. Im Gegensatz zur Krone des Zahnes sind sie nicht durch eine harte Schmelzschicht geschützt. Sie sind deshalb empfindlich und besonders anfällig für Karies.

Für alle Therapiephasen gilt, dass ihr langfristiger Erfolg stark von der Mitarbeit des Patienten abhängt. Patienten mit guter Mundhygiene und regelmäßiger Nachsorge haben eine große Chance, dass die erreichten Verbesserungen von Dauer sind. Bei Patienten ohne entsprechende Mitarbeit ist dagegen das Risiko einer Wiedererkrankung sehr hoch.

Welche Kosten können entstehen

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die halbjährliche allgemeine Kontrolluntersuchung, die Zahnsteinentfernung einmal im Jahr und die spezielle Untersuchung auf Parodontitis (PSI) alle zwei Jahre. Außerdem übernehmen sie die Behandlung der Entzündung unter der Voraussetzung, dass das Gebiss frei von Zahnstein und anderen Reizfaktoren ist und der Patient zur richtigen Mundhygiene angeleitet wurde. Die Kostenübernahme muss zuvor bei der Krankenkasse beantragt worden sein.

Folgende Leistungen können gesetzlich Versicherte nur als private Leistung vereinbaren:

  • die regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR), die der Verhütung von Entzündungen und der Nachsorge von Parodontalbehandlungen dient
  • Labortests, mit denen die Keime genau bestimmt werden können, die für die Entzündung verantwortlich sind,
  • die örtliche Anwendung von Antibiotika direkt in den Zahnfleischtaschen,
  • die Versorgung von Entzündungen an Zahnfleisch und Kieferknochen, die mit Implantaten im Zusammenhang stehen,
  • Verfahren, die der Wiederherstellung von verloren gegangenem Gewebe und Knochen dienen (Regeneration, Rekonstruktion).

Parodontitis & Diabetes

Parodontitis
Parodontitis

Aktuelle wissenschaftliche Studien machen deutlich, dass zwischen Parodontitis und Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, aber auch Rheuma und Herzerkrankungen, Zusammenhänge und Wechselwirkungen bestehen.
Das Risiko, an Parodontitis zu erkranken, ist für Diabetiker im Vergleich zu gesunden Menschen deutlich erhöht. Besonders gefährdet sind schlecht eingestellte Diabetiker: Der chronisch erhöhte Blutzuckerwert führt zu einer vermehrten Ansammlung von entzündungsauslösenden Stoffen im Zahnhalteapparat und kann so Infektionen fördern.

Entzündungen im Mundbereich haben umgekehrt auch negative Auswirkungen auf die Entwicklung eines Diabetes. Entzündungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparats können die Wirksamkeit von Insulin reduzieren und den Blutzuckerspiegel verschlechtern. Zusätzlich wird die Einstellung des Blutzuckers erschwert. Diabetiker mit schwerer Parodontitis haben ein höheres Herzinfarktrisiko als Diabetiker ohne bzw. mit schwacher Erkrankung. Wissenschaftliche Studien haben zudem gezeigt, dass eine erfolgreiche Parodontitisbehandlung auch die Blutzuckerwerte senken und damit den Diabetes verbessern kann.

Zahnarzt informieren

Daher ist es so wichtig, dass Sie uns über einen bestehenden Diabetes informieren. Wir sollten wissen, welcher Diabetiker-Typ Sie sind, wie lange die Erkrankung bereits besteht, wie die Blutzuckereinstellung ist und ob es Folge- und Begleiterkrankungen gibt. All diese Faktoren können die Wahrscheinlichkeit einer Parodontitis sowie deren Verlauf und Schwere beeinflussen. Außerdem kann eine Diabetes-Erkrankung den Erfolg einer Parodontitisbehandlung vermindern.

Systematische Behandlung wichtig

Um der Parodontitis vorzubeugen, sind eine gründliche Zahnreinigung zuhause und regelmäßige Zahnarztbesuche wichtig. Wir kontrollieren Ihren Mundgesundheitsstatus und entfernen bei der Prophylaxe bakterielle Zahnbeläge und Zahnstein auch an Stellen, die Sie selbst nicht erreichen können: In Studien wurde nachgewiesen, dass eine halbjährliche Prophylaxe die Wahrscheinlichkeit an Parodontitis zu erkranken, wesentlich reduzieren kann.

Haben Sie Fragen zum Zusammenhang von Diabetes und Parodontitis? Bitte sprechen Sie uns an.

Parodontitis-Riskiogruppe

Nicht nur Raucher haben ein erhöhtes Risiko an einer Parodontitis zu erkranken. Auch eine schlechte Zahnpflege oder genetische Veranlagung gehören zu den Faktoren, die den Verlauf der Krankheit beeinflussen.

  • Falsche oder ungenügende Zahnpflege
  • Tabakkonsum
  • Ernährung
  • Stress
  • Ansteckung
  • Schwangerschaft
  • Allgemeinerkrankungen
  • Medikamente
  • Genetische Veranlagung

Parodontitis & Schwangerschaft

„Jedes Kind kostet einen Zahn“ hieß es lange im Volksmund. Wir können Sie allerdings beruhigen: Dank der heutigen zahnärztlichen Vorsorge haben Schwangere in aller Regel keinen Zahnverlust zu befürchten.

Dennoch bergen die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft Risiken für die Zahn- und Mundgesundheit: Das Zahnfleisch wird stärker durchblutet und das Bindegewebe verliert an Festigkeit. Das erhöht unter anderem die Gefahr von Zahnfleischbluten und -entzündungen − oftmals entwickelt sich die sogenannte Schwangerschafts-Gingivitis. Unbehandelt kann eine solche Entzündung zu einer Parodontitis führen. Diese schädigt den Zahnhalteapparat und führt im schlimmsten Fall zu Zahnverlust. Darüber hinaus kann eine fortschreitende Parodontitis ein niedriges Geburtsgewicht verursachen und gilt als Risikofaktor für eine Frühgeburt.

Mundhygiene ernstnehmen

Sie sollten Ihre Zähne daher auch während der Schwangerschaft gewissenhaft mit Zahnbürste und Zahnseide pflegen und eine fluoridhaltige Zahnpasta verwenden. Eine erste Untersuchung in unserer Praxis empfiehlt sich bereits im Vorfeld oder zu Beginn der Schwangerschaft. Unser Prophylaxe-Konzept für Schwangere umfasst neben regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und einer umfassenden Beratung auch Vorsorgemaßnahmen. Prophylaxe